|
An Maya Einige Monate, nachdem wir hier zugezogen sind, kam Deine Mutter Piri oft zu uns in den Garten, um etwas Futter zu bekommen. Sie war eine scheue schwarze Kätzin aus dem Dorf und im Juli 2006 hat sie bereits 3 kleine Kätzchen gehabt. Dein Vater - Piris Freund vom Bauernhof gegenüber - war ein silbergrau gestreifter Thaikater mit schönen hellblauen Augen. Auch er kam oft zu uns herüber, um ein Häppchen zu ergattern. Im Gegensatz zu den wilderen Bauernkatzen war er recht zutraulich und kam auch näher heran. Die Monate vergingen und Deine Mutter wurde immer zahmer. An einem Tag im März 2007 sahen wir, dass sie wieder trächtig war. Immer wenn sie bei uns war, streichelte ich sie. Vorsichtig fühlte ich ihr über das immer dicker werdende Bäuchlein und redete ihr gut zu. Ihr solltet meine Stimme schon ganz früh kennenlernen, denn ich wollte, dass ihr zutraulich, anhänglich und menschenbezogen werdet. Am 13.04. bemerkte ich, dass eure Geburt kurz bevor stand. Ich sagte zu Andreas: "In spätestens 2 Tagen bekommt Piri ihre Jungen. Jetzt ist sie ja schon zahmer und sicher wird sie uns die Kleinen diesmal früher zeigen, als letztes Jahr." Da ahnten wir noch nicht, dass Deine Mutter abends miauend vor unserer Tür stehen und um Einlass bitten würde. In der Nacht seid ihr dann bei uns zur Welt gekommen. Geboren bist Du am 13.04.07 in Brohl (Treis-Karden/RLP) um 23.49 Uhr Sommerzeit. Du warst das 3. Kätzchen nach Deinen Schwestern Kessie und Gina und vor Deinem Bruder Bübchen. Ich habe Dich Solveig genannt, Solveig die Tigerin. Gewogen hast Du 105 Gramm, genauso wie Gina. Du warst beige-silbergrau gestreift mit weiß. Ich habe die ganze Nacht neben eurem Körbchen gelegen. Deine Mutter fühlte sich sehr wohl bei uns und hat ganz viel geschnurrt. Wir freuten uns sehr, dass sie uns so viel Vertrauen schenkte. Von da an blieb Deine Mutter die ganze Zeit bei uns im Haus, obwohl sie vorher nur draußen und in einer Scheune gelebt hatte und es gar nicht ertragen konnte, wenn sie in einem Raum war. Erst in der 8. Woche ist sie wieder hinaus gegangen aber immer nur ganz kurz, denn sie wollte euch nicht alleine lassen. Eure Mutter hat euch ganz liebevoll umsorgt und in eurem Körbchen war es ganz wunderbar kuschelig warm, so dass man am liebsten selbst mit drin liegen wollte. Als Du genau eine Woche alt warst, hast Du dann zum 1. Mal Deine Augen geöffnet. Ich habe alle diese Dinge aufgeschrieben und wir waren glücklich, dass wir euch aufwachsen sehen durften. Ich habe jeden Tag viel Zeit bei euch verbracht. Ihr habt mir viel Freude bereitet und ich wollte auch, dass ihr besonders zahm werdet. Den Gedanken, dass ich euch nicht alle behalten kann, schob ich erst mal beiseite. Deinen Vater haben wir am 23.04. zum letzten Mal gesehen. Nächsten Tag kam er nicht mehr und auch später nicht. Wir haben nach ihm gesucht aber es war erfolglos und auch sonst hatte ihn niemand gesehen. 10 Tage war er da schon ohne Deine Mutter gewesen, vielleicht hatte sie ihm gefehlt und er wollte nicht alleine hier zurückbleiben. Da ich herausfinden wollte, woher Deine Mutter stammt, bin ich Ende April durch das Dorf gegangen und habe einige Leute danach gefragt. Zu keinem Hof gehörte Deine Mutter, aber eine junge Frau sagte mir, dass sie ein Jahr zuvor im Winter 2005/06 eine einsame kleine schwarze Katze gesehen hatte. Vermutlich hatte Deine Mutter in einer der Scheunen dort nach Schutz vor Regen und Kälte gesucht. Es war der lange schrecklich kalte Winter gewesen und wohl deshalb war Deine Mutter ohne Geschwister umher geirrt. Wahrscheinlich hatten sie die eisige Kälte und den Hunger nicht überlebt. Im Alter von 2 - 3 Wochen konntet ihr wackelig laufen und ihr begannt euch zu putzen und miteinander zu raufen. Mit 22 Tagen konntet ihr euch dann ganz alleine putzen und eure Zähnchen waren bereits fühlbar. Da habt ihr auch schon richtig herum gebalgt. Als Du 26 Tage alt warst, konntest Du aus dem Nestchen aussteigen. Lustig hast Du ausgesehen, mit Deiner weißen Schwanzspitze. Du hattest auch so niedliche weißen Zehen, genau wie Dein Vater. Bis Juni hatten wir euch in 3 verschiedenen Zimmern untergebracht. Es wäre sonst zu eintönig für euch gewesen. So lerntet ihr immer wieder neue Eindrücke kennen. Als Du 54 Tage alt warst, hast Du Dich mit Deinen Geschwistern auch im Haus aufgehalten und die anderen Katzen kennengelernt. Von da an habt ihr oft durch den Flur etobt. Im Alter von 58 Tagen warst Du mit Deinen Geschwistern und Deiner Mutter zum 1. Mal draußen auf der Terrasse und im Garten. Das hat euch besonders gut gefallen und viel Spaß gemacht. Ihr seid über den Rasen und durch die Beete gelaufen, seid auf den Baumstumpf, die Terrassenmauer und das Garagendach geklettert. Manchmal habt ihr auch die Blumen und Sträucher zerzaust. Aber das war mir egal, denn ich hatte euch lieb. Die Sträucher habe ich dann gestutzt. Zu diesem Zeitpunkt mussten wir uns entscheiden, wer von euch bei uns bleiben sollte. Ich fand Dich besonders schön aber die Entscheidung solltet ihr und die anderen Katzen selber treffen. Wir bemerkten, dass Deine schwarze Schwester am ruhigsten war. Sie war am meisten bei uns und auch von den anderen Katzen wurde sie gut akzeptiert. Ihr hattet die Entscheidung getroffen, die kleine schwarze Katze würde bei uns bleiben. Sie bekam den Namen Kessie. Nun wart ihr genau 9 Wochen alt. Ihr anderen solltet zusammen oder zu anderen Katzen vermittelt werden. Am liebsten hätten wir euch in Wohnungshaltung mit gesichertem Balkon oder Terrasse gegeben. Zumindest aber sollten Kinder im Haushalt sein und in der Nachbarschaft sollten Katzen leben. Auch sollte die Umgebung möglichst katzensicher sein und die Leute sollten schon etwas Katzenerfahrung haben. Inzwischen konntet ihr auch durch die Katzenklappen gehen und von eurer Mutter habt ihr das Mäusefangen gelernt. Sie war eine sehr gute Mutter und wollte auch immer, dass ihr alles kennenlernt, weil das fürs Leben wichtig ist. Deshalb hat sie euch auch oft nach draußen in die Natur gerufen. Sie wollte nicht, dass ihr Stubenhocker werdet und obwohl es bei uns reichlich gutes Futter gab, hat sie euch immer mit versorg. Dann, eines Tages hat Deine Mutter bei uns im Schlafzimmer und ihr habt auf dem Bett geschlafen. Ein paar Tage danach habt ihr mich anmiaut, als ihr schmusen oder etwas haben wolltet. Ihr wart jetzt 3 Monate alt. Manchmal knuddelte ich euch auch ganz doll, denn ihr solltet ja robust werden und nicht zu ängstlich. Eine sehr schöne Tigerzeichnung hattest Du und noch einige weiße Fleckchen. Auch warst Du etwas größer als Deine Schwestern. Anfangs konnten wir Dich von Deinem Bruder gar nicht unterscheiden, so ähnlich habt ihr euch gesehen. Aber dann bekamst Du mandelförmigere Augen und ein etwas länglicheres Gesicht und Deine Tigerzeichnung war auch etwas deutlicher. Du warst ein lebhaftes Kätzchen, genauso wie Deine Schwester Gina. Nun meldeten sich die ersten Interessenten. Ende Juli dann kam eine Frau und hat Dich angesehen. Sie wollte Dich gerne nehmen und auch gleich die Schutzgebühr bezahlen. Nächsten Tag wollten wir Dich dort hin bringen. Dann aber sagte die Frau kurzfristig ab, da ihr Sohn eine andere Katze wollte. Wir überlegten dann, ob wir besser Deine Schwester Gina oder Dich den anderen Interessenten empfehlen sollten. Da Gina die tonangebende von euch allen war, meinten wir, es sei besser, sie zu den kleinen Kindern zu vermitteln. So haben wir am 28.07. Deine Schwester Gina in ihr neues Zuhause nach Rheinbach gebracht und sie erhielt den Namen Lilli. Ihr wart 15 Wochen alt. Wieder meldeten sich Interessenten und am 11.08. kam eine Frau mit ihrem Sohn um euch anzusehen. Die Frau wollte Dich direkt haben und hat Dich auch hochgenommen. Dem Sohn gefielt ihr beide, Du und Dein Bruder. Abends hat die Frau dann angerufen, dass sie sich nicht einigen konnten. Die Frau hatte sich für Dich entschieden. Der Sohn wollte lieber Deinen ruhigeren Bruder nehmen. So hat die Frau dann nachgegeben und am 12.08. haben wir Deinen Bruder Bübchen nach Bonn gebracht. Er bekam den Namen Gismo. Da wart ihr 17 Wochen alt. Inzwischen warst Du aktiver geworden, bist - ähnlich einem Huhn - immer viel herumgelaufen und so bekamst Du den Spitznamen Henni. Dann gab es wieder Interessenten für Dich und so haben wir Dich am 01.09. in die kleine Familie nach Meckenheim gebracht. Anfangs hast Du im Auto geweint und später auch bei der Ankunft und bei den Leuten. Dann hast Du Dich unter dem Sofa verkrochen. Abends bist Du dann aber herausgekommen und hast Dich zu den Leuten auf das Sofa gesetzt. Du warst auch sehr verschmust. Später bist Du dann immer durch das Haus geflitzt. Deshalb bekamst Du den Namen JoJo. Du warst inzwischen 20 Wochen alt. Am 13.09. aber hat der Mann angerufen, dass er Dich zurückbringen muss, da die kleine Tochter Dich immer zu sehr drückte, so dass es Dir weh getan hat. Die Leute hatten Angst um Dich, da Du Dich auch nicht gewehrt hast und der Mann hat Dich dann wieder zu uns zurück gebracht. Du hattest auf der Fahrt wieder gejammert. Als Du dann hier warst, hast Du Dich sehr gefreut, hast miaut und Deine Mutter Piri und Deine Schwester Kessie begrüßt. Du warst sehr zufrieden. Der Mann hatte auch Deinen neuen Kratzbaum mit dabei. An diesem Tag warst Du genau 5 Monate alt. Wir waren froh, dass es Dir gut ging und wir überlegten wieder, ob wir Dich behalten sollten. Wir wußten aber, dass ein kleines Kätzchen genug war und auch Deine Mutter Piri war mit zwei Kleinen um sich herum nicht gerade erfreut. Sie zog sich zurück und war viel häufiger draußen, als vorher. Also suchten wir wieder nach einer neuen Familie für Dich. Du warst jetzt bereits 5,5 Monate alt. Es gab wieder mehrere Interessenten für Dich. Am 04.10. kam dann eine Frau mit ihrer Tochter Lisa, um Dich anzusehen. Du gefielst ihnen sehr und sie wollten Dich unbedingt haben. Sie hatten auch schon einen Namen für Dich: Maya. Von da an riefen wir Dich auch so. Den anderen Interessenten sagten wir dann ab. Am 07.10. haben wir Dich dann nach Fritzdorf (Wachtberg) in die nette Familie gebracht. Auf der Fahrt hast Du wieder gejammert. Als wir in dem Haus waren, hast Du auch noch etwas miaut aber als Du merktest, dass es ein anderes neues Zuhause war, warst Du zufrieden. Du fingst an, die Umgebung zu inspizieren und dann hast Du Dich auf den Kratzbaum gesetzt, so, als seist Du einverstanden mit unserer Wahl. Wir waren darüber sehr froh und sagten Dir erleichtert: "Auf Wiedersehen." Im Frühling wollten wir Dich besuchen fahren. Wir ahnten ja nicht, dass wir Dich nie wiedersehen würden. Lisas Eltern hatten uns auch noch mitgeteilt, dass Du eine ganz liebe und anhängliche Katze bist, dass es Dir gut geht, dass Du viel Freude bereitest und dass Du Dich gut eingelebt hast. Wir waren darüber sehr glücklich. Bis dahin war alles gut, bis zu dem Tag, als Du verunglückt und gestorben bist. Liebe kleine Maya, es tut uns so leid. Es tut uns so weh, dass Du nicht länger leben durftest. Du bist nur 7 Monate und 8 Tage alt geworden. Wir sind dankbar, dass wir Dich mit großziehen durften. Und wir sind dankbar für die Freude, die Du uns in dieser Zeit bereitet hast. Wenn wir Fehler gemacht haben, verzeih sie uns bitte. Leb wohl Solveig, wir haben Dich sehr lieb, Beate und Andreas |
|||||
![]() |
|||||
|
Solveig *13.04.2007 ...21.11.2007 "Die Gott liebt, die sterben früh."
|
|||||